Wollstickerei
Farbige Wollstickerei auf schwarzem Wollstoff. Drei Szenen aus dem Leben König Salomons sind in runden Medaillons mit Lorbeerumrandung dargestellt. Die abgerundeten Ecken schmücken Doppellilienblätter, an den Breitseiten sind halbe Lilienblätter mit Beerentrauben eingefügt. Die Fläche füllen Blatt- und Blumenzweige, Rankenwerk und Beerentrauben.
1. Medaillon: Urteil Salomons; 2. Medaillon: Salomon löst ein ihm von der Königin von Saba aufgegebenes Rätsel; 3. Medaillon: Salomon auf dem Thron mit der rechten Hand abwärts zeigend, vor ihm stehend die Königin von Saba mit Hofdame. Hinter dem Sessel ein Hofnarr, darunter das Wappen Gallati von Glarus.
Seit 22.05.1942 Schweizerisches Nationalmuseum (ehemals Schweizerisches Landesmuseum), Zürich, erworben von der Galerie Fischer; 09.05.1942-22.05.1942 Galerie Fischer, Luzern; o.D. - 09.05.1942 Hans Wendland; [...]; 1. Hälfte 16. Jh., Rapperswil.
Provenienzforschung: Die von Theodor Fischer (1878-1957, Galerie Fischer, Luzern) im April 1942 angebotene und vom Schweizerischen Nationalmuseum am 22.05.1942 erworbene Wollstickerei war mit der Herkunftsangabe „aus dem französischen Handel“ versehen. Die Stickerei ist allerdings nicht im französischen Raubkunst-Inventar aufgeführt (G.F.C.C. [Groupe français du conseil de controle]: Répertoire des biens spoliés en France durant la guerre 1939-45, 7 Bde., Berlin 1947/48). Fischer hat die Wollstickerei 1942 von Hans Wendland (1880 - um 1965) angekauft, einem Kunsthändler, der in Frankreich, Deutschland und der Schweiz tätig war. Wendland war in diverse Raubkunstgeschäfte verwickelt und handelte u.a. mit Objekten, die vom Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg (ERR) beschlagnahmt worden waren. Vor diesem Hintergrund kann ein NS-verfolgungsbedingter Entzug nicht ausgeschlossen werden.
Schweizerisches Nationalmuseum
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