Mutter und Kind
„Die Terrakotta-Plastik Mutter und Kind in ihrer blockhaften Geschlossenheit, dem engen Aneinanderschmiegen der beiden Körper, dem strengen, unpathetischen Ernst dieser Frau mit ihrem Kind legt Zeugnis ab von der starken Begabung der Künstlerin.“ [Dr. Lotte Pulvermacher, Rezension zur „Reichsausstellung jüdischer Künstler“ 1936 im Berliner Jüdischen Museum, Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 1936]
Diese Skulptur wurde mit vier weiteren Skulpturen sowie Spielkarten und Masken von Elisabeth Springer im Rahmen der "Reichsausstellung Jüdischer Künstler" 1936 im Jüdischen Museum Berlin ausgestellt. Sie ist nur durch Fotos bekannt, darunter das hier gezeigte, das in jener Ausstellung vom Berliner Fotografen Abraham Pisarek aufgenommen wurde, sowie durch eine Ausstellungsansicht von Herbert Sonnenfeld, die einen Eindruck von der Größe der Skulptur gibt.
Elisabeth Springer, verh. Weiss, ca. 1935/1936; Verbleib unbekannt - NS-verfolgungsbedingter Entzug vermutet
"Mutter und Kind" wurde laut Hans Lamm, Von Juden in München. Ein Gedenkbuch, München 1959, S. 235 (Abb. "Mutter und Kind" von E.S. S. 237) vom Berliner Jüdischen Museum erworben. Eine Anfrage dort im Jahr 2006 ergab, dass die Skulptur dort nicht bekannt ist.
Eine Besprechung der in der Beschreibung genannten Ausstellung mit einer Abbildung der Skulptur "Mutter und Kind" von E.S.: Lotte Pulvermacher, "Reichsausstellung Jüdischer Künstler im Berliner Jüdischen Museum", Bayerische Israelitische Gemeindezeitung BIGZ 1936, Nr. 11, S. 251-252. Eine Ansicht der Ausstellung, in der die Skulptur "Mutter und Kind" zu sehen ist, findet sich in der Fotografischen Sammlung des Jüdischen Museums Berlin: "Besucher betrachten moderne Kunst im Jüdischen Museum in Berlin, Oranienburger Straße 31, Foto: Herbert Sonnenfeld, Berlin, 9.1936, Inv.-Nr.: FOT 88/500/174/017
Weitere Besprechungen/Erwähnungen von Elisabeth Springer i.d. Literatur: Susanna Partsch, „München leuchtete – einst auch für Künstlerinnen“, in: Kunst+Material, November/Dezember 2024, S. 20–31, hier S. 29-31. / Waldemar Bonard, Die gefesselte Muse. Das Marionettentheater im Jüdischen Kulturbund München, 1935-1937, Ausst.-Kat. hrsg. v. Münchner Stadtmuseum, Buchendorfer Verlag, München 1994, Kurzbio E.S. S. 80-83. / Angelika Mundorff und Barbara Kink (hrsg.), Frau darf ... 100 Jahre Künsterlinnen an der Akademie, Ausst.-Kat. Museum Fürstenfeldbruck 2020, S. 99 Anm. 21, S. 99 Anm. 31, S. 168. / Hans Lamm, Von Juden in München. Ein Gedenkbuch, München 1959, S. 235, Abb. "Mutter und Kind" von E.S. S. 237. / Diana Oesterle: „So süßlichen Kitsch, das kann ich nicht". Die Münchener Künstlerin Maria Luiko (1904-1941). München (Studien zur Jüdischen Geschichte und Kultur in Bayern; 3), 2009, zahlreiche Erwähnungen von E.S. / Dana Smith, "Munich’s Jewish Marionette Theater, Moses, and the Jewish Cultural League in Bavaria", in: Lessons and Legacies XIII : New Approaches to an Integrated History of the Holocaust: Social History, Representation, Theory, hrsg. v. Alexandra Garbarini und Paul Jaskot, Northwestern University Press, 2018, S. 13-35, erwähnt E.S. en passant auf S. 21. / Dana Smith, Jewish Art in Nazi Germany. The Jewish Cultural League in Bavaria. London (Routledge Studies in Second World War History), 2022. / Barbara Müller-Wesemann, Theater als geistiger Widerstand. Der jüdische Kulturbund in Hamburg 1934-1941. Stuttgart 1996, S. 460-461. / Susanna Partsch, “Springer, Elisabeth”, in: Artists of the World, Berlin und Boston: De Gruyter, 2024. / Lost Women Art, Elisabeth Springer: Externer Link