König Georg I. von Großbritannien
Der König ist frontal, etwas nach rechts gedreht stehend in voller Staatsrobe mit Hermelinumhang und mit Perücke dargestellt, seine rechte Hand ruht auf dem 1661 für die Krönung Karls II. hergestellten britischen Reichsapfel auf einem mit einem (im Original roten) Teppich bedeckten Tisch; daneben liegt die Königskrone, davor ein kurzer Dolch. Der abgespreizte Zeigefinger der linken, herabhängenden Hand mit auf den linken etwas nach vorn gestellten Fuß zu zeigen. Das wiederum frontal, aber nun leicht nach links gedrehte Gesicht scheint den Betrachter direkt anzublicken. Der schwere dunkle Mantel fällt rechts im Bild schleppenartig nach unten und ist im uneren Bereich seitlich leicht angeschnitten wiedergegeben. Links im Hintergrund ist ein fensterartiger Ausblick auf Westminster Abbey und St Stephen's Chapel zu sehen; links ein als Wandgemälde gegebenes Waffenstillleben.
Bei dem Gemälde handelt es sich um eine Kopie des offiziellen Staatsporträts von George I., laut Horace Walpole das einzige Bild, für das der König Modell gesessen habe („the 'only picture for which he ever sat in England'“). Dieses befindet sich heute in Houghton Hall, Norfolk (Sir Robert’s Library), da der König es dem Erbauer von Houghton Hall, seinem „first ever“ Prime Minister, Sir Robert Walpole überlassen habe. In den Royal Collections haben sich Werkstattkopien unterschiedlicher Qualität erhalten. Eine weitere Kopie befindet sich im Nationalmuseum, Stockholm. Sie stammt aus Schloss Gripsholm und wurde dem Nationalmuseum 1866 übertragen, andere sind auf dem internationalen Kunstmarkt zum Verkauf angeboten worden.
Alter Familienbesitz, vor 1942 Schloß Wolfsburg (bis 1932 Landkreis Gardelegen, Provinz Sachsen, 1897 dort beschrieben von Parisius/Brinkmann („im langen Gange“); danach Landkreis Gifhorn, Provinz Hannover; heute Stadt Wolfsburg); danach verbracht in das neuerbaute Schloss Neumühle bei Tangeln, Gemeinde Beetzendorf im Altmarkkreis Salzwedel; dort 1945 bei der Flucht der Familie zurückgelassen.
Zuletzt nachgewiesen in Schloss Wolfsburg durch Meßbild um 1924; Verbleib unbekannt